Ich sehe mich nicht als Künstler. Nur weil ich manchmal etwas schreibe, meine ich nicht, dass man abseits stehen, leiden oder im Widerspruch zum Alltag sein muss, um etwas Schönes zu sehen. Aber manchmal geschieht ein Moment, in dem mich ein schöner Gedanke und ein Wort finden. Vielleicht schreibe ich das für einen schöneren Tag und gute Energie auf, für mich oder für andere. Wir Menschen brauchen auch Kunst, damit sie uns sagt, dass nicht alles nur langweiliges Leben ist und dass auch Träume möglich sind. Meine eigenen Grenzen verschiebe ich schon bei ganz alltäglichen Aktivitäten, und dann entsteht manchmal auch etwas, das ich bescheiden kreatives Schaffen nennen kann. Ob es Kunst ist, mögen andere beurteilen. Wenn ich Ihnen mit einem Wort den Tag verschönere, ist das für mich schon ein großes Werk.
Eine Herausforderung auf der Bühne...
Schon früh in der Kindheit hat mich das Theater irgendwie ergriffen. Vielleicht, weil ich mir in der Fantasie immer vorstellen konnte, alles tun zu können, dort allen Hindernissen dieser Welt zu entkommen und meine ganz eigene Welt zu erforschen. So versuchte ich schon als Junge, verschiedene Texte und Fantasiegeschichten zu schreiben. Es gab mir das Gefühl der Zufriedenheit, dass dies meine Schöpfung war.
Besonders zog mich das Theater an, als ich die Geschichten meines Vaters über sein Spiel im Amateurtheater in seiner Jugend hörte. Unzählige Male sah ich mir eine schwarzweiße Fernsehaufnahme seiner Aufführung und auch andere Aufführungen aus der Heimatgegend an und bewunderte die Verbindung mit dem Schriftsteller und Anwalt Ivan Tavčar, der ebenfalls aus diesen Orten stammt. All das ist mir noch näher, weil bei diesen Aufführungen oft auch meine weitere Familie mitwirkt, und das hat für mich einen noch größeren Reiz.
So nahmen mein Onkel, der Bruder meines Vaters, und ich im Jahr 2013 eine besondere Herausforderung an. In einer Theaterretrospektive über Tavčar spielte ich auf der Bühne in Tavčars Geburtsort Poljane selbst einen Teil der Aufführung in der Rolle, die vier Jahrzehnte zuvor mein Vater Marjan gespielt hatte. Seitdem erscheine ich gelegentlich auch auf der Bühne in Poljane und verfolge die Aufführungen ausgezeichneter lokaler Künstler noch enger.
Ich selbst würde nicht sagen, dass ich Schauspieler bin. Mein Auftritt ist besonders und ziemlich unvorhersehbar. Aber gerade das Theater kann ein Raum sein, in dem auch das Unvollkommene vollkommen wird und es nicht so sehr darauf ankommt, wie etwas gesagt wird, sondern dass die Botschaft beim Publikum ankommt: dass wir zumindest für einen Moment alle alles erreichen können.
Schreiben als Zähmen der Gefühle...
Wenn ich das Gefühl habe, bestimmte Gefühle oder Situationen nicht anders erklären zu können, gieße ich sie in Verse oder kurze Gedanken auf Papier, manchmal schreibe ich auch etwas mehr. Menschen sind emotionale Wesen, und wenn man das wirklich erkennt und versteht, entsteht gelegentlich das Bedürfnis, dieses innere Karussell zu ordnen. Dieses Schreiben hilft mir, wirklich zu wissen, was ich fühle, und danach auch die Welt um mich herum genauer zu sehen.
Ich schreibe für mich, veröffentliche aber gelegentlich auch etwas im Internet, weil es mir schlicht sinnlos erscheint, etwas Tieferes auszudrücken, wenn es danach niemand kennenlernt. Wenn sich darin auch ein Leser wiederfindet, dem das Geschriebene gut tut, habe ich wohl ein Stück Güte und Freude geteilt, das jemandem sagt, dass die Welt schön ist, wenn wir es nur zulassen und sie so fühlen.
Film und Fotografie als Erforschung des Möglichen...
Ich bin nicht gerade ein Filmkenner, der die kleinsten Einzelheiten kennt und kommentiert. Mich interessieren aber die Technik und das Festhalten eines Moments, den wir einfangen und der bei uns bleibt, damit er uns immer wieder eine neue Geschichte erzählen und zeigen kann, was möglich gewesen wäre.
Film und Fotografie interessieren mich daher auch als Medien, die mir ein Stück einer neuen Geschichte zeigen können, die ich vielleicht selbst nicht erleben könnte. Eine gute Geschichte anzusehen kann neue Möglichkeiten des Nachdenkens eröffnen.
Ich sehe mir gern einen guten alten Klassiker an, der einen Menschen zwingt, innezuhalten und nüchtern zu werden, oder eine inspirierende romantische Geschichte oder Handlung, bei der man denkt, dass etwas möglich ist.


